YouTube Googlemaps
Classic American Musclecars
Menü ein-/ausblenden

BIG BLOCK - SMALL BLOCK

Ah, Sie sinds. Kommen Sie rein. Wir haben noch etliche Grundlagen-Themen zum durchsprechen.

Zur Auflockerung vor dem Wochenende aber heute mal einen Klassiker, ok?

BIG BLOCK - SMALL BLOCK

Achtzylinder gibt es fast solang wie das Automobil selbst. Bei weitem nicht alle davon hatten V-förmig angeordnete Zylinderbänke, was aber hier keine Rolle spielt. Merken Sie sich einfach den Ford Flathead von 1932 als den ersten Massen-V8 und den Cadillac-V8 von 1948 als den ersten „modernen“ V8. Danach ist die Geschichte lang und bunt, und besonders wenns um klassische „Amerikaner“ geht, weiß jeder: Bigblock! Smallblock! 500 PS!

Zügeln Sie sich bitte noch kurz, wir müssen das kurz sortieren.

Wie immer war am Anfang das Wort. Das Wort lautete Small Block V8, und unter diesem Arbeitstitel sollte Ed Cole für das Modelljahr 1955 einen V8 für Chevrolet konstruieren. Chevrolet hatte nämlich keinen.

Stellen Sie sich das so vor: Cadillac, Oldsmobile, Buick und Pontiac tanzen auf dem General Motors-Ball, während in der Küche William Durants wunderschöne, wohlgeformte – aber uneheliche – Tochter Chevrolet in Lumpen gehüllt die Erbsen sortiert oder was auch immer in den Märchen so in der Küche getan wird. Chevrolet mußte zwar in der Küche bleiben, aber trotzdem konnte man seitens der Konzernführung nicht zulassen, das aus der sozial inkompatiblen Bastard-Tochter eine Schande wird. Wo kämen wir denn da hin. Alle anderen großen Hersteller hatten schon einen V8, nur Chevrolet war an den Reihen-Sechszylinder gekettet, ein Umstand, der 1954 langsam als unnötig grausam wahrgenommen wurde.

Bevor also der unvermeidliche Prinz in schimmernder Rüstung auftreten konnte, um Chevrolet dem Frondienste zu entreißen, sollte GM-Ingenieur Ed Cole der armen Tochter einen billigen V8 schneidern, um ihre ärgste Not zu lindern. Drum heißt das Ding „Small Block V8“. Sollte ja nichts großes sein. War ja nur für die Küche.

Die Geschichte ist sich uneinig, ob Edward Cole seine schimmernde Rüstung nur verborgen gehalten hatte, oder ob er sie sich erst in diesem Moment zugelegt hat. Wie dem auch sei – Ed Cole hat den Small Block V8 in wenigen Wochen erdacht, gezeichnet, gebaut, erprobt und zur Produktionsreife gebracht. Dumm nur, daß Cole statt einem Armuts-Triebwerk ein Wunderwerk konstruiert hat, das allenfalls noch mit dem Mitternachtskürbis verglichen werden kann.

Das fertige Produkt wird heute als SBC – Small Block Chevrolet – bezeichnet, und seine kommerzielle Wirkung entspricht in etwa der Befreiung Chevrolets aus der Küche, samt allen anderen dort Beschäftigten, plus aller Alkoholvorräte und den ganzen Steaks, außerdem ist die Palastwache mitgegangen, die ganzen hübschen Prinzessinnen, und das gesamte Volk. Obendrein hat Chevrolet noch ein nagelneues, ultra-knappes Kleid bekommen.

(Weibliche Leserinnen mögen mir wie immer diese Bilder verzeihen – es ist nun einmal so, daß Männer sich historische Zusammenhänge (> soziale Geschehnisse > Kommunikation) besser (manchmal nur) merken können, wenn leichtbekleidete Damen darin vorkommen. Ich mache das nicht freiwillig, es dient dem Erwachsenenbildungsauftrag dieser Reihe).

Oder, um es etwas nüchterner zu beschreiben: Der SBC wurde zur meistgebauten komplexen Maschine der Menschheitsgeschichte, noch vor dem Avtomat Kalashnikova 47 und zum Werkzeug der totalen Dominanz Chevrolets im GM-Konzern. Und – in der logischen Konsequenz – zum dominierenden Motor in Nordamerika.

Der Rest ist schnell erzählt: Als Chevrolet später Bedarf an einem größeren Motor hat, wird der in Abgrenzung zum SBC einfach Big Block genannt. So simpel ist die technische Abgrenzung: Ein KLEINER Block, ein GROSSER Block. Die individuellen Hubräume der beiden Blocktypen sind ein simples Resultat von unterschiedlichen Bohrungen und Hüben.

Und da der gesamte US-Autobau post-SBC weitgehend davon gelebt hat, Chevrolet zu imitieren – welche Wahl hatte man denn auch, nach 35 Jahren in der Küche bei den Erbsen hatte Chevrolet nur wenig Motivation, zu irgendjemand gnädig zu sein – wurden die Big/Small Block-Bezeichnungen mit der Zeit Synonyme für die technische Abgrenzung von Motorenbaureihen, obwohl sie eigentlich Chevrolet-Projektbezeichnungen sind.

Natürlich gibt es Ausnahmen, Pontiac zum Beispiel hat nie eine Zwei-Block-Konzept verfolgt. Es gibt keine Pontiac Small- oder Pontiac Big Blocks. Es gibt nur DEN Pontiac V8-Block. Cadillac hatte ebenfalls nur einen Block, und Ford hat eine Motorenfamilie gebaut, die man, wenn man kleinlich sein möchte, Medium Block nennen müßte.

Und jetzt Achtung: HUBRAUM allein sagt im Zweifelsfalle nichts über die Blockgröße aus. In den frühen Siebzigern wurde der „Riesensmallblock“ („Giant Small Block“) als Weg durch die Katalysatorkrise propagiert, aus dieser Zeit stammen etliche Konstrukte in der Gegend von 400 cui, 6.5 Liter) die auf Small Block-Designs basieren. Zum Vergleich: Chevrolets „kleiner“ Big Block hatte 396 cui. Die Idee der Giant Small Blocks war ungefähr so zukunftsweisend wie Solarmobile in den Neunzigern – sprich eine Behelfsbrücke für ein kurzfristig nicht zu stopfendes Loch, und ähnlich erfolgreich. Leistung, Haltbarkeit und Verbrauch der kompressionsarmen hubraumgigantischen Gewichtszwerge blieb weit hinter den traditionellen Block-Verteilungen zurück, bevor die Ölkrise dankenswerter Weise dem Konzept den Gnadenschuß verpasste.

So, noch ein Beispiel, welches leider etwas Konzentration erfordert, und welches ohne schöne junge Frauen mit zweifelhaften Motiven in attraktiver, wenngleich spärlicher Bekleidung auskommen muß: Späte Pontiac F-Bodies (das ist der Firebird) waren mit zwei verschiedenen Motoren erhältlich: Dem Pontiac 400 cui V8, und dem Oldsmobile 403 cui V8. Letzteres ist u.a. den kalifornischen Emissions-Standards geschuldet.

EINEM von beiden Motoren, das wissen die meisten US-Auto-Fans instinktiv, hängt ein relativ schlechter Ruf an.

Wissen Sie, welchem? Dem Olds 403.

Wissen Sie auch, warum? Nein? Weils ein Olds ist? Wegen der Emissions-Ausrüstung? Bestimmt ist der Vergaser schuld? Hatten die nicht irgendwelche Dichtungsprobleme? Der hatte doch keine Leistung... Die wurden bestimmt in Mexico gefertigt...

Uhm, nein.

Der Olds 403 ist ein Giant-Small Block-Design. Der Pontiac 400 dagegen ist DER Pontiac 400, der ewig einzige Pontiac-Block. Letzterer ist Legende, ersterer nur ein Kompromiss.

THE B-DAY 2018

Mit großer Freude weisen wir darauf hin, daß auch der B-Day 2018 mit der Unterstützung von Europas wichtigster Streifenwagen-Organisation (dem IPCOE) und von den geheimen Herren in den schwarzen WX3 (der Organisation B.O.E.S.E.) stattfindet.

Auch das Poster Car für 2018 ist kein Unbekannter: Es ist "der Überlebende", das letzte existierende Tri-Niner Pilot Car, ein im Frühjahr 1994 gebauter Vorserien-95er mit ALLEN verfügbaren Special Equipment Options (und Einsatzgeschichte als Sicherungsfahrzeug auf dem GM Desert Proving Ground Hochgeschwindigkeits-Testtrack).

Jawohl, auch 2018 sind Cruise, Burger und limitierte B-Day-Shirts fester Bestandteil der Planung.


Interesse? 07151-9842266 oder eMail an service@oldschoolcustoms.de


Old News

8th Southern Muscle Car Showdown

Die Rahmenbedingungen sind auch beim achten SMS unverändert: NUR amerikanische Autos auf dem Gelände, keine Neuwagen, keine Nutzfahrzeuge, keine Vans, kein Eintrittspreis, keine Country-Bands, keine Kirmes-Händler, keine Stripshows, keine Showbühne, keine Pokale, kein Moderator.

Heiße Autos.
Heiße Hamburger.
Fertig.