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Classic American Musclecars
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Don't fuck with the rocketman - Pt. 2

Zweites Kapitel der Corvette-Saga.

1963. Erstes Jahr der zweiten Generation Corvette. Einziges Jahr der zweiten Generation mit dem Mittelsteg im Heckfenster. Kennen Sie, heißt „Split Window“, wurde schon 1964 weggelassen. 1965 ist das Jahr des ersten Big Blocks. Mark IV heißt das Ding, und seine Ahnenreihe ist kurz, denn sie besteht im Wesentlichen aus dem W-Block. Mark II dürfen Sie sich wegdenken, Mark III hat es nie gegeben, trotzdem heißt der „Big Block“ V8 von 1965 Mark IV. 396 Kubikinch (6.5 Liter), 425 hp, amtliche Zahlen damals wie heute.

Der größte 1965 verfügbare Small Block hatte 327 cui (5.4 Liter) und in der höchsten Leistungsstufe... 375 HP. Erstaunlich kleiner Unterschied, meinen Sie? Tja. Schauen Sie auf 1966: Kein 396 cui mehr, da wurde der 396 abgelöst vom 427 cui mit... wahlweise 390 oder 425 hp, der stärkste 327 cui hat noch 350 hp.

Hier begegnen Sie zwei der markantesten Merkmale des US-Automobilbaus auf einmal: Frei erfundenen Leistungsangaben - und Benzineinspritzung. 425 hp, etwa das vierfache von dem, was der deutsche Automobilbau zu diesem Zeitpunkt in Seriensportwagen zu bieten hatte, war selbst für US-Autokäufer nicht ganz einfach hinnehmbar. Stellen Sie sich grade einmal einen modernen PKW mit 1000 PS vor. Da wundern selbst SIE sich, wer sowas braucht, oder haben Angst um ihre Kinder auf der Straße, oder die öffentliche Moral... Same Difference, wenn Sie so wollen. 425 hp im Jahr 1965, 425 hp im Jahr 1966. Hubraum egal. Stellen Sie sich die Marketingspezialisten von damals vor: „Bleiben wir lieber bei 425, das ist schon schlimm genug, nicht noch mehr, sonst werden wir am Ende noch gelyncht.“

Es macht nichts, daß diese Werte auch in andere Richtungen mit der Hand am Arm abgesteckt wurden. Haben Sie mal eine 66-67er 427 Corvette gefahren? Nein? 1400 Kilo, fast die Hälfte davon ist der Antriebsstrang, 7 Liter Hubraum, fast 650 Nm Drehmoment? Denken Sie an den berühmten Cartoon-Koyoten, der sich auf eine überdimensionale Feuerwerksrakete setzt und ein Streichholz an die Zündschnur hält, dann kommen Sie ungefähr hin.

Benzineinspritzung hat damit nichts zu tun, sie taucht hier deshalb auf, weil 1965 das letzte Modelljahr für die „Fuelies“ war. Daher die 375 Einspritzer-Small Block-hp 1965, und der Rückggang auf 350 Vergaser-Small-Block-hp 1966. Neun Modelljahre lang, ab 1957, wurde die Corvette mit einer Rochester-Einspritzanlage angeboten, und obwohl in keinem dieser Jahre mehr als etwa 1500 Autos damit ausgeliefert wurden, dürfen Sie hier erstaunt sein. Benzineinspritzung in den späten Fünfzigern? Finden Sie sonst nirgendwo, zumindest nicht in nennenswerter Serienproduktion, ausgenommen jener Standard-Klassiker, den der deutsche Automobilbau für die Fünfziger ins Rennen schickt, der Mercedes 300SL. Der „Flügeltürer“, richtig. Belassen wir es für den Moment bei einer simplen Tatsache: 0-60 mph hat der Mercedes gegen die Fuelie-Corvette kein Land gesehen.

Übrigens – das Auto aus „Shut Down“... Super Stock Dodge is windin' out in low /
But my fuel injected Sting Ray's really startin' to go...

Noch Fragen?

Nebenbei: Sting Ray, Stachel Rochen, ist ein Marketing-Beiname für die zweite Generation, und die seltsame Schreibweise der deutschen Übersetzung ist hier gerade Absicht zum Zwecke der Verdeutlichung, denn ab 1969 heißt die Corvette (in der dritten Generation) „Stingray“, Stachelrochen. Gesehen? Bedeuten tut dies gar nichts, außer, daß die Marketing-Abteilung 1968 noch unentschlossen war, ob die Zusatzbezeichnung weitergeführt werden sollte... Zumal sie selbst heute noch für Verwirrung sorgt. Sting Rays sind KEINE sonder-ausgestatteten Modelle. ALLE Corvetten nach 1963 und vor 1977, ausgenommen 1968, heißen je nach Modelljahr Sting Ray oder Stingray. Stellen Sie es sich vor wie eine Visitenkarte, statt „Robert Beispielmann, Diplomingenieur“, steht da „Chevrolet Corvette, Sting Ray“. Auch nur ein Job. Aber was für einer.

Eigentlich braucht die ganze Stachelrochen-Geschichte ein eigenes Kapitel, genau wie der Super Stock Dodge, aber das machen wir ein anderes mal. Schließen wir jetzt die C2 ab, nochmal mit dem Split Window von 1963, welches alle anderen C2s (1964-1967) nicht haben - Cabrios, wo verfügbar, sind regelmäßig die teuerste Karosserievariante auf dem Klassikermarkt. Der US-Automobilbau kennt nur zwei Fälle, in denen eine geschlossene Karosserie regelmäßig höhere Verkaufspreise erzielt als das Cabrio aus dem gleichen Modelljahr, und zwar den Fastback-Mustangs bis 1969 – und die Corvette aus dem Modelljahr 1963.

1968 erscheint die dritte Generation.

THE B-DAY 2018

Mit großer Freude weisen wir darauf hin, daß auch der B-Day 2018 mit der Unterstützung von Europas wichtigster Streifenwagen-Organisation (dem IPCOE) und von den geheimen Herren in den schwarzen WX3 (der Organisation B.O.E.S.E.) stattfindet.

Auch das Poster Car für 2018 ist kein Unbekannter: Es ist "der Überlebende", das letzte existierende Tri-Niner Pilot Car, ein im Frühjahr 1994 gebauter Vorserien-95er mit ALLEN verfügbaren Special Equipment Options (und Einsatzgeschichte als Sicherungsfahrzeug auf dem GM Desert Proving Ground Hochgeschwindigkeits-Testtrack).

Jawohl, auch 2018 sind Cruise, Burger und limitierte B-Day-Shirts fester Bestandteil der Planung.


Interesse? 07151-9842266 oder eMail an service@oldschoolcustoms.de


Old News

8th Southern Muscle Car Showdown

Die Rahmenbedingungen sind auch beim achten SMS unverändert: NUR amerikanische Autos auf dem Gelände, keine Neuwagen, keine Nutzfahrzeuge, keine Vans, kein Eintrittspreis, keine Country-Bands, keine Kirmes-Händler, keine Stripshows, keine Showbühne, keine Pokale, kein Moderator.

Heiße Autos.
Heiße Hamburger.
Fertig.