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Kommen Sie schnell rein

Hallo. Warten Sie schon lange? Kommen Sie schnell rein.

Wir schauen uns heute nochmal eine Schlüsselfigur des US-Autobaus an, einen von den ganz großen Namen... Charles F. Kettering, den Mann aus der Zukunft. Wo Ihnen doch Time-Cover so gut gefallen.

Kettering genießt insbesondere unter Ingenieuren bis heute eine gewisse Popularität, die merkwürdiger Weise oft gar nicht in Zusammenhang mit seiner Arbeit steht. Damit Sie den Mann aus Ohio richtig einordnen können: Kettering ist Zeitgenosse der großen Autopioniere um Ford, Durant und Chrysler, er war fast 30 Jahre Entwicklungschef von GM, und seine Arbeit hat den Lauf der Welt nachhaltig beeinflußt.

Wenn Sie drei wichtige „Erfindungen“ des „zitierbarsten Mathematikers aller Zeiten“ nennen müßten, dann wären das wahrscheinlich das Kettering Ignition System, der elektrische Selbststarter und das Freon. Soweit sind viele Autofans mit Ketterings Arbeit vertraut, und alle drei sind relativ schnell in Relation gesetzt:

Erfindung Nummer 1:

Das Kettering Ignition System. Beim Kettering Ignition System (auch „Delco Ignition System“) handelt es sich um jene technische Anordnung, mit der quasi alle PKW der Welt bis zum Auftauchend der elektronischen Zündanlage in den späten Sechzigern ausgerüstet waren.

Stopp an dieser Stelle: Delco? Delco. Dayton Engineering Laboratories Company. Delco. Kennen GM-Fans heute als ACDelco. Delco war Ketterings ursprüngliches Unternehmen, gegründet in einer Scheune in Dayton, Ohio. Und elektronische Zündanlagen? Die „Orange Box“, für Mopar-Fans. „HEI“ bei GM. Alles vorher geht auf Ketterings System zurück.

Ok? Weiter.

Erfindung Nummer 2:

Das Freon. Freon kennen Sie als R-12, jenes Kältemittel, daß in Automobilklimaanlagen bis 1993 Standard war, und das heute aus Klimaschutzbedenken nicht mehr verwendet werden darf. „FCKW“, wenn Sie aus den Neunzigern sind. Erfunden hat Kettering das Freon nicht, genausowenig wie Kolumbus Amerika entdeckt hat, und auch nicht entdeckt – selbst wenn das heute oft so wahrgenommen wird.

Wie bitte? Habe ich Sie verwirrt? Verzeihung. Kolumbus ist in Amerika, oder eher knapp daneben gelandet. Gehen Sie davon aus, daß Amerika den dort angetroffenen Urpersonen infolge dauerhafter Bewohnung durch Selbige bereits bekannt war. Stellen Sie sich es vielleicht so vor: Wenn Sie nach England reisen, werden Sie dort kaum ihre Fahne hissen und die Insel für Ihre Kanzlerin in Besitz nehmen. Sind ja schon Engländer drauf. Würden Sie trotzdem mit der Fahne ankommen, würden jene Engländer vermutlich Ungehalten reagieren, zuletzt eindrucksvoll demonstriert im Jahre 1982, als Argentinien Fahnen auf quasi-Englischen Eilanden im Südatlantik gehisst hat, und dafür mit dem Leben von fast 700 Soldaten bezahlt hat. Wer weiß, wer heute als Entdecker von Amerika gelten dürfte, wenn Frankreich nicht nur Argentinien, sondern auch das eingeborene Volk der Arawak auf Kolumbus' Landeplatz „San Salvador“ mit „Exocet“-Antischiffsraketen ausgestattet hätte...

Verzeihung. Geschichte. Sie wissen schon. Zurück zum Thema, Erfindung Nummer 2:

Analog zu dieser Ausschweifung wurde das Freon weniger erfunden als entdeckt, und zwar schon 30 Jahre bevor Kettering sich damit befasst hat. Aber, und das ist der lang erwartetet Punkt, Kettering und sein Team haben ein Gerät erfunden, welches den Einsatz von Freon als Kältemittel in Haushaltsgeräten ermöglicht hat, und diese Haushaltsgeräte kennen Sie, denn Sie haben eins, richtig, den Kühlschrank. Das Stichwort lautet „Frigidaire“, wenn Sie sich mal mit anderen GM-Millionenerfolgen außer dem Automobil beschäftigen wollen. Später nutzt auch die klassische PKW-Klimaanlage das Kettering-Prinzip. Denken Sie beim nächsten kühlen Bier doch kurz an Charles F., ohne den das Bier warm wäre, womit wir wieder bei Engländern... lassen wir das.

Erfindung Nummer 3:

Der elektrische Selbststarter. Nennen Sie den „elektrischen Selbststarter“ einfach „Anlasser“, wenn Ihnen der Begriff nicht gleich einleuchtet. Schlüssel drehen, WRRRRRRR, Wrooomm. Das war nicht immer so – ursprünglich wurden Verbrennungsmotoren „angekurbelt“ - mit einer Kurbel und viel Kraft in den Armen. Lästig, nicht wahr? Sie würgen an der Ampel ihren Klassiker ab und müssen ersteinmal mit der Kurbel in der Hand aussteigen und nach vorne, um den Motor wieder anzukurbeln?

Wenn Sie sich daß regelmäßig antun müßten, würden Sie auch einen elektrischen Selbststarter erfinden wollen, da bin ich mir sicher. Aber ziehen Sie von diesem Szenario einmal ein paar andere moderne Annehmlichkeiten wie stabilen Kraftstoff, Kettering-Zündsysteme und präzise Gemischaufbereitung ab, wissen Sie was dann passiert? Dann spuckt und patscht und fehlzündet Ihr Motor während des Kurbelvorgangs, und wenn Sie Pech haben, fehlzündet er so früh, daß Ihre kiloschwere Stahlkurbel abrupt die Drehrichtung ändert. Gebrochene Handgelenke, gebrochene Unterarme, Kopfverletzungen – Motoren anlassen in der Pre-Kettering-Ära war potentiell tödlich.

Einmal mehr begegnen wir in der Automobilgeschichte an dieser Stelle einigen bekannten Protagonisten: Henry Leland, einer junge Dame in Not, einem Ritter in schimmernder Rüstung, und einem Cadillac. Der Stoff, aus dem Legenden sind: Im Spätwinter 1908 begegnet Automobilunternehmer Byron Carter auf der Grenzinsel „Belle Isle“ zwischen Detroit und Kanada einer Dame und ihrem liegengebliebenen Cadillac. Es ist nicht überliefert, ob diese junge Dame leichtbekleidet gewesen ist (den Umständen nach - 1908, Detroit, Winter, Cadillac – war Sie es sicher nicht), aber wenn diese Annahme Ihnen hilft, sich das Ereignis einzuprägen, bitte. Carter bietet an, den Wagen zu starten, der Motor fehlzündet, die Kurbel bricht Carter den Kiefer – er verstirbt im April 1908 an den Folgen dieser Verletzung.

Henry Leland, ein Freund Carters und Gründer von Cadillac, ist tief betroffen, und schwört, daß kein Cadillac jemals wieder einen Menschen töten soll. Auftritt Charles F. Kettering. Der Delco-Chef hat extensive Erfahrung mit der elektro-motorisierung von elektrischen Registerkassen, und wird deshalb von GM verpflichtet, einen elektrischen „Selbststarter“ für Automobile zu entwickeln. Nicht, daß es sowas nicht schon gegeben hätte – tragbare Zubehör-Anlasser aller Art, auch elektrisch, sind längst auf dem Markt vorhanden. Was Kettring tut, ist ein System zu konstruieren, das nicht nur den „Anlasser“ umfasst, sondern auch dessen Stromversorgung, plus deren Integration in das Automobil an sich. Anlasser werden durch dramatische Verkleinerung der Elektromotoren zu integrierten Bauteilen, die von einem ebenfalls integrierten „Generator“ mit Strom versorgt werden – und dann integriert er gleich noch die Kettering-Zündanlage in das so konstruierte „Bordnetz“.

Schlüssel drehen, fertig.

Das System löst gleich noch ein anderes Automobilproblem: Der Generator ermöglicht elektrische Beleuchtung – anstelle von Ideen wie etwa der gängigen Acetylen-Auto-Lampen, die Licht mittels Verbrennung von Acetylen aus Druckbehältern erzeugt haben. Jenes Acetylen, mit dem man Schneidbrenner betreibt. Sie sehen die möglichen Bedenken.

Cadillac macht den elektrischen Selbststarter 1912 zur Serienausstattung – und befreit das Automobil an sich von einer seiner stärksten Fesseln, die es bislang massiv an der Weiterverbreitung gehindert hat: Der schieren körperlichen Kraft, die der Startvorgang erfordert hat. Nach 1912 ist „Autofahren“, oder eher „Auto anlassen“ (bis dato ein Privileg Gorilla-artiger Männlichkeit) damit erstmals auch den körperlich weniger Bevorzugten, den Alten, den Schwachen, den Kleinen und - vor allem - den Frauen! ohne fremde Hilfe möglich.

Lassen Sie sich doch, quasi als praktische Übung, heute Abend nach Einbruch der Dunkelheit von Ihrer Frau zur Tankstelle fahren, um sich dort das besagte kühle Bier aus dem Kühlschrank zu nehmen. Charles F. Kettering hat mehr für Ihr Wohlbefinden getan, als Ihnen jemals klar war.

Der Mann aus der Zukunft ist am 25. November 1958 gestorben, aber bis heute sind nicht alle seine Ideen schon technisch umsetzbar.

THE B-DAY 2018

Mit großer Freude weisen wir darauf hin, daß auch der B-Day 2018 mit der Unterstützung von Europas wichtigster Streifenwagen-Organisation (dem IPCOE) und von den geheimen Herren in den schwarzen WX3 (der Organisation B.O.E.S.E.) stattfindet.

Auch das Poster Car für 2018 ist kein Unbekannter: Es ist "der Überlebende", das letzte existierende Tri-Niner Pilot Car, ein im Frühjahr 1994 gebauter Vorserien-95er mit ALLEN verfügbaren Special Equipment Options (und Einsatzgeschichte als Sicherungsfahrzeug auf dem GM Desert Proving Ground Hochgeschwindigkeits-Testtrack).

Jawohl, auch 2018 sind Cruise, Burger und limitierte B-Day-Shirts fester Bestandteil der Planung.


Interesse? 07151-9842266 oder eMail an service@oldschoolcustoms.de


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8th Southern Muscle Car Showdown

Die Rahmenbedingungen sind auch beim achten SMS unverändert: NUR amerikanische Autos auf dem Gelände, keine Neuwagen, keine Nutzfahrzeuge, keine Vans, kein Eintrittspreis, keine Country-Bands, keine Kirmes-Händler, keine Stripshows, keine Showbühne, keine Pokale, kein Moderator.

Heiße Autos.
Heiße Hamburger.
Fertig.