YouTube Googlemaps
Classic American Musclecars
Menü ein-/ausblenden

1978 Checker A11E

Factsheet

1978 Checker A11E
305 cui V8 (5.0-Liter) 145 hp
TH400 3-Speed Automatic


Full Circle

Ok, wir bitten um Verzeihung: Natürlich ist der Checker A11E kein GM-Produkt - aber in unsere anderen Kategorien passt der Riese aus Kalamazoo eben noch weniger. Vielleicht haben Sie sich schon gefragt, warum Sie hier so selten über unsere "Fleet"-Projekte lesen? Taxis und Police Cars werden selten restauriert, darum (zumindest wenn man unter "Restauration" mehr versteht als etwas Lack und neue Reifen). Dieser spezielle Checker allerdings hat einen speziellen Besitzer - und eine spezielle Geschichte.

Fangen wir mit dem offensichtlichen an: Es ist ein A11E, also die letzte Karosserievariante des allgemein (inkorrekt) als "Checker Cab" bekannten Modells in der langen Ausführung. Der A11 war nicht nur der letzte "Checker", sondern auch der am längsten gebaute, von 1963 bis 1982, um genau zu sein. Der hier gezeigte ist ein 1978er Modelljahr mit Chevrolet 305 cui V8... und er wechselte zuletzt hier in Stuttgart den Eigentümer, und zwar im Jahr 1992.

Wenn Sie in den Neunzigern im Großraum Stuttgart aufgewachsen sind, und nur das allergeringste mit amerikanischen Autos oder den blühenden Subkulturen des alten Jahrtausends zu tun hatten, sollten jetzt schon alle Alarmglocken klingeln. Ein Checker Cab in Stuttgart? In den Neunzigern? Das kann doch nur... Sowas hatte doch nur... Das stand doch immer vor dem... Uuuh-huuu. Sie erinnern sich. Ganz genau. Das Checker Demon Taxi. Tätowierer Luke Atkinson. Checker Demon Tattoos am Pragsattel, kurz hinter dem 0711-Club. (Sagt Ihnen alles nichts? Dann sind Sie nicht in den Neunzigern aufgewachsen, oder aber unter einem Stein oder weit weg von Stuttgart!) DAS hier ist das Checker Demon Taxi. Nicht seine Wiedergeburt, nicht ein Klon, kein Tribut und keine "Recreation" - es ist das originale Checker Demon Taxi, direkt aus den Neunzigern. Wie viele Stuttgarter haben uns auch wir hin- und wieder gefragt, was aus wohl aus Lukes gelbem Checker geworden sein könnte - zumal schon seit Jahren niemand mehr den riesigen verlängerten Viertürer gesichtet hatte. Vielleicht hätten wir nicht UNS, sondern IHN fragen sollen, denn, wie sich herausstellte, hatte Luke das Fahrzeug nie hergegeben, sondern einfach nur irgendwann geparkt, als Rost und Verschleiß nach fast 30 Jahren anfingen, den den Wagen in die Knie zu zwingen... Können Sie sich vorstellen, wie Sie mehr als 25 Jahre einen Checker als Alltagswagen durch die Schwabenmetropole chauffieren? Und dann eines Tages... nicht mehr?! Es kam, wie es kommen mußte. Luke fasste den Entschluß, den Wagen neu aufbauen zu lassen.

Säurebad, Blecharbeiten, KTL-Beschichtung und einen Neulack in Taxi Yellow übernahm ein sorgfältiger schwäbischer Tauchbadspezialist, der den Wagen dann an ein Werkstatt übergab, die ihn eigentlich hätte komplettieren sollen. Erst vergingen Wochen, dann Monate und schließlich Jahre, ohne daß ein nennenswerter Fortschritt beim Zusammebau feststellbar gewesen wäre - und irgendwann reißt selbst einem britischen Schwaben der doppelte Geduldsfaden. Luke machte sich auf die Suche nach einer anderen, besseren Werkstatt.

Und dann, an einem anstrengenden August-Nachmittag, ruft Raphael vom OSCW-Empfangstisch den Verfasser dieses Textes in der Werkstatt an:

Raphael: "Wir haben eine Nachfrage bezüglich einer Checker-Restauration..."
Verfasser: "Da können wir nicht helfen"
Raphael: "Scheint ein Auto mit einer speziellen Geschichte zu sein..."
Verfasser: "Alle Checker sind speziell"
Raphael: "Aber der Wagen ist doch sehr GM-nah..."
Verfasser: "Nicht nah genug."
Raphael: "Offenbar hat er den Wagen schon sehr, sehr lange..."

In diesem Stil ging das Gespräch noch einige Minuten weiter, und zu Raphaels Verteidigung muß gesagt werden, daß er weder in den Neunzigern noch im Großraum Stuttgart aufgewachsen ist. Wie aber der Verfasser dermaßen auf dem Schlauch stehen konnte, ist unerklärlich... Am Ende gibt sich der Verfasser geschlagen. Raphael muß gespürt haben, daß irgendetwas wichtiges übersehen wurde, und rang dem Verfasser einen Rückruf ab:

Raphael: "... ist die Handynummer."
Verfasser: "Na gut. Hast Du den Namen auch?"
Raphael: "Atkinson... Warte... Atkinson, Luke Atkinson".

Glauben Sie mir, Sie bekommen nicht oft im Leben einen Anruf, in dem Sie gebeten werden, den Wagen zu restaurieren, den sie als US-Fahrzeugbegeisterter Teenager und später als Chevrolet fahrender Führerscheinneuling als unerreichbare Straßenrand-Ikone angehimmelt haben. Wir haben Lukes Taxi abgeholt - zerlegt und in Kisten verstaut - am Tag bevor unsere neue Webseite fertig gestellt wurde. Dieser Text ist der letzte Baustein, und alles, was wir im Moment haben, sind eine Rohkarosserie und eine Menge Einzelteile. Ab morgen können Sie hier der Fortsetzung der Geschichte folgen

US-Car Stellplätze in Stuttgart !

Ab sofort können wir im platzmangelgeplagten Stuttgarter Ballungsraum 45 Stellplätze für US-Klassiker in unserem eigenen "Parkhaus" anbieten.

Interesse? 07151-9842266 oder eMail an service@oldschoolcustoms.de


Old News