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Classic American Musclecars
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1970 Dodge Challenger

Factsheet

1970 Dodge Challenger
408 cui V8 (6.7-Liter) 350 hp
Tremec 5-Speed Manual

Kellerkind

Der Dodge Challenger wurde nicht gebaut, um schonend gefahren zu werden - wer sich in den frühen Siebzigern Chryslers Ponycar zulegte, hatte ausnahmslos vor, Gas zu geben. Dementsprechend blieben die Chrysler-Ponys rechts und links auf der Strecke - hart gefahren, schnell verbraucht.

Weit weg von Detroit allerdings, an einem äußerst unwahrscheinlichen Ort, wurde der Challenger in ganz andere Bedingungen hineingeboren: Im schweizerischen Schinznach, im AMAG-Werk, wurde eine handvoll Detroiter Eisens endgefertigt und an Schweizer Kunden ausgeliefert. Diese wenigen Challenger lebten ein beschauliches Leben im Alpenstaat, und alterten in Würde.

Noch in den späten Achtzigern konnte man perfekt erhaltene Ersthand-Exemplare bei schweizer Gebrauchtwagenhändlern erwerben - und genau dies geschah im Herbst 1989 unweit des Grenzübergangs Basel. Ein deutscher Kunde kaufte einen perfekt erhaltenen, metallicgrünen Smallblock/Schaltgetriebe-Challenger und ließ ihn ins heimische Schwabenland transportieren.

Dort angekommen sollte der perfekte Wagen für die Ewigkeit konserviert werden - er wurde demontiert, gestrahlt und grundiert - und dann kamen dem aspirierenden Restaurator Hausbau, Nachwuchs und die üblichen Widrigkeiten des Lebens in die Quere.

Der Schweizer Challenger blieb eingelagert, die Rohkarosse montiert auf einem eigens gefertigten Rollgestell, die Baugruppen verpackt in Kisten und Kästen im Keller eines Einfamilienhauses. 20 unglaubliche Jahre verharrte der Wagen in trockener, dunkler Einsamkeit, bis ihn OSCW im Frühjahr 2009 aufstöberte.

Die perfekte Blechhaut des Kellerfahrzeugs wurde schneeweiß lackiert, dann erhielt der Wagen sein originales Moosgrünes Interieur zurück, das nach 20 Jahren in UV-geschützter Dunkelheit so frisch war wie zu seinen besten schweizer Zeiten. Der Perfekt erhaltene Chromzierrat wurde ebenfalls einfach wieder montiert - dem Antriebsstrang aber verhalfen die Restauratoren zu einem Zeitsprung über 20 Jahre in die Zukunft. Der Smallblock wurde auf gewaltige 408 cui Hubraum vergrößert und mit Aluminiumköpfen versehen - neben anderen Bauteilen, die dem Paket zu einer Leistung von zeitgemäßen 400 PS verhelfen. Das Dreigang-Schaltgetriebe wich einem modernen 5-Gang-Schalter aus dem Hause TKO, angepasst für die E-Karosserie vom Getriebespezialisten Keissler.

Seit seiner Fertigstellung im Herbst 2009 befindet sich der expatriierte Schweizer in der Moparhochburg München.

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