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1970 Plymouth Superbird

Factsheet

1970 Plymouth Superbird
440 cui V8 (7.2-Liter) 375 hp
TF727 3-Speed Automatic


The Bird is the Word

Manchmal ist Widerstand zwecklos. Manchmal muß man einfach die Hände heben, vom Fahrzeug zurücktreten, und sich an Ort und Stelle ergeben. Schauen Sie auf dieses Fahrzeug - und stimmen Sie mir zu: Es ist anders. Völlig egal, ob Sie sich mit Autos, Amerikanern, Rennsport oder auch nur Automobilepochen auskennen - jeder kann sehen, daß dieses Fahrzeug einer Bestimmung dient. Es ist eins der Chosen Few. Nur falls Sie es nicht wissen - das Auto ist ein 1970er Plymouth Superbird.

1968-69 war die Chrysler Corporation auf den NASCAR-Rennstrecken der Nation in ernste Schwierigkeiten geraten: Aerodynamik war zu diesem Zeitpunkt im Automobilbau eine noch stellenweise zufällige Wissenschaft, und die brandneuen Midsizes für das Modelljahr 1968 - Mother Mopars NASCAR-Kämpfer - waren zufälligerweise nicht ganz perfekt geraten. Eigentlich sogar recht unperfekt, denn insbesondere Grill und Heckfenster, zwei der schönsten Details des Dodge Charger, stellten sich als böse Aerodynamikpatzer heraus. Abtrieb, ein lebenswichtiger Faktor auf den "High Bank"-Rundkursen, produzierten die neuen Midsize-Karosserien nicht, im gegenteil, der Charger besonders generierte Auftriebskräfte, mit denen man ein Kleinflugzeug in der Luft hätte halten können. Vielleicht wäre das kein Problem gewesen, denn so oder so ähnlich war bis Ende der Sechziger die Mehrheit der Automobile geformt - aber leider hatte ausgerechnet Hauptkonkurrent Ford rein zufällig ebenfalls zum Modelljahr 1968 vermutlich ebenso zufällig einen aerodynamischen Geniestreich gelandet...

Es erscheint dem bloßen Auge kaum plausibel, aber Fords Torino und Mercurys Cyclone waren aerodynamische Meisterleistungen, oder konnten zumindest als solche durchgehen. Der wesentliche Unterschied, so weiß man heute, liegt in Winkel und Länge der "Stirnplatte", dem vorderen oberen Bereich zwischen Kühlergrill und Haube. Dodge besserte nach, und schickte eine handvoll modifizierter Charger unter dem Namen "500" ins Rennen, mit Coronet-Kühlergrills und entschärften Heckscheibentunneln. Ford konterte mit dem Torino Talladega und dem Cyclone Spoiler, Dodge antwortete mit dem ersten der "Winged Warriors", einem 69er Charger mit verlängertem Bug und überdimensionierten Spoiler. Diese Modifikation funktionierte - und führte dazu, das Plymouth für das Modelljahr 1970 dem Roadrunner eine ähnliche Aerodynamikkur angedeihen ließ.

Ob 1921 oder 2754 dieser "Superbirds" gebaut wurden, ist bis heute mehr oder weniger umstritten. Fakt ist, daß Plymouth als letzter Teilnehmer der "Aero Wars" die höchsten Homologationsauflagen erfüllen mußte, und Fakt ist auch, daß es zumindest nicht ausgeschlossen ist, daß den Zahlen deshalb etwas... nachgeholfen wurde. Fakt ist ebenfalls, daß sich das "zivile" Homologationsmodell nicht verkaufte wie ein Supervogel, sondern eher wie eine Bleiente. Fakt ist aber vor allem: Das ist völlig egal. Ein cw-Wert von 0.32, über 320 km/h Topspeed, und die Fähigkeit, Ford in Schach zu halten legitimierten den Plymouth-Flügelkrieger auf der Rennstrecke über jeden Zweifel hinaus. Heute ist das überlange Coupe mit dem "Handtuchhalter" längst Legende - und genau aus diesem Grund haben wir dieses weiße Exemplar gekauft. Einmal im Leben muß jeder Autofan einen Superbird besessen haben. Sie wissen das auch, geben Sie es ruhig zu. Falls nicht - stellen Sie sich neben einen. Schauen Sie hin. Wenn diese Form nicht zu ihnen spricht, sollten sie vielleicht von Autos auf Salatanbau umsteigen.

Aber zurück zu unserem Auto: Der Alpine White-farbene Wagen mit schwarzem Interieur ist ein 440er V8 (7.2-Liter) mit TF727 Automatikgetriebe, Matching Numbers und aus dokumentiertem Vorbesitz, und eigentlich wollten wir ihn gar nicht wirklich hergeben... Einen der legendären Ausflüge des 'Birds hat die MOTOR KLASSIK für uns dokumentiert. Muscle Car-Alltag wird nicht besser als das! Am Ende haben wir ihn doch hergegeben, an einen Moparsammler aus dem Nordwesten. Vorher wird das Auto allerdings einer extensiven Vollrestauration unterzogen, "mit allem" quasi, angefangen beim Säurebad, und ohne Abkürzungen. Hier können Sie dem Superbird dabei zuschauen. Sollten Sie dann immer noch keinen haben wollen - ganz im Ernst, dann besuchen Sie uns bitte persönlich. Einer unserer Geschäftsführer ist Vegetarier und kann Ihnen sicher hervorragende Tips für Ihre neue Karriere im Salatbusiness geben.

Weiteren Lesestoff zu diesem Fahrzeug finden Sie hier.

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