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Classic American Musclecars
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Frame Off-Restauration

Guten Abend, schön daß Sie wieder hier sind... Bleiben wir noch kurz bei Karosserien?

Sie wissen ja, nichts ist beim amerikansichen Klassiker so beliebt und so prestigeträchtig wie die "Frame Off"-Restauration... Geht doch nichts über so einen Frame-Off restaurierten Mustang oder Mopar-Midsize… oder? Doch. Präziser Sprachgebrauch zum Beispiel.

Natürlich ist präziser Sprachgebrauch nicht Jedermanns Sache, drum kann man besonders im deutschsprachigen Internet zum Beispiel von 351C Ford Bigblocks oder dem Bigblock 403 von Oldsmobile lesen, was jeweils einzeln, aber verschieden falsch ist, oder von Getrieben, die "ein Overdrive" haben, was nie der Fall ist, aber wir schweifen ab. Karosserien. Frame-Off.

Seien wir präzise, ja?

Zwei grundsätzliche Karosserietypen werden im Massen-Automobilbau des 20. Jahrhunderts hauptsächlich angetroffen, ein dritter weniger häufig, und alle anderen kaum. Diese hier:

BODY-ON-FRAME

Erklärt sich von selbst. Rahmen unten, Karosserie oben drauf. Motor, Getriebe und Achsen sind am RAHMEN montiert. Karosserie steht untätig oben drauf. Dieses Prinzip ist uralt, und findet heute noch bei Nutzfahrzeugen Anwendung - daß solche Konstruktionen mit festem Rahmen relativ stabil ausfallen, liegt auf der Hand.

Stellen Sie sich den Rahmen im Zweifelsfall wie ein H mit zwei Querstrichen (einen über dem Motor, einen über der Hinterachse) vor. Nennt sich auch "Leiterrahmen", ebenfalls einleuchtend. X-förmige Rahmen und Rahmen mit mehr Traversen waren auch zweitweise üblich.

Rahmen haben Vorteile - man kann sie mißhandeln, und Nachteile - sie sind schwer, haben keine Knautschzone, und bieten im Zweifelsfall keinerlei Insassenschutz von oben.

Der letzte Body-on-Frame-PKW in der westlichen Welt war der Ford Crown Victoria, eingestellt 2011, und ohnehin alleiniger Body-on-Frame-PKW auf dem Markt seit dem 13. Dezember 1996 um 14:32.

BOF ist mit himmelweitem Abstand die meistverbreitete Karosserieform unter den klassischen Amerikanern. Sogar die Corvette hat einen Rahmen.

So. Wissen Sie, welcher Begriff das trennen von Rahmen und Karosserie zum Zwecke der Restauration beschreibt? Richtig, "Frame Off"

Aber bleiben wir präzise, ok?

UNIBODY

Die ANDERE weitverbreitete Karosserieform ist der "Unibody", auch "Unitbody" oder "Unitized Body". Den kennen sie als "Selbsttragende Karosserie". Das engliche Wort meint eine "zu einer Einheit zusammengefasste" tragende Struktur - Karosserie und Rahmen sind eine untrennbare Einheit. Ode rbesser, die Karosserie IST der Rahmen.

Das deutsche "Selbsttragend" ist auch schön - Unibodies werden nicht von einem Rahmen getragen. Unibodies tragen sich selbst. So wie Münchausen sich einst selbst an den eigenen Haaren aus dem Sumpf gezogen hat.

In der Realität stellen Sie sich diese Karosserie bitte wie eine Art zusammengeschweißten Käfig vor: ALLE Teile dieser Karosserie gehören zur Struktur. Das Dach ist in die Gesamtkonstruktion genauso einbezogen wie der Mitteltunnel. Motor kommt in den Käfig, Achsen werden drangeschraubt, beim Überschlag schützt der Käfig von allen Seiten, und vorgelagerte Käfigteile können kollabierbar ausgelegt werden, Stichwort "Knautschzone". Geht beim BOF nur schwierig.

Unibodies haben Vorteile: Gewicht und Insassenschutz zum Beispiel. Unibodies haben auch Nachteile: Der ganze "Käfig" stützt und stärkt sich in alle Richtungen selbst, und es sind auch noch Achsen dran montiert. Verbeulen Sie den mal richtig, das wird ordentlich teuer.

Unibodys sind im US-Automobilbau bei weitem nicht so verbreitet gewesen wie BOF-Autos - heute ist der Unibody weltweiter Standard - aber etliche prominente PKW waren trotzdem Unibodies, etwa der Mustang. Der ist vollständig selbsstragend. Oder die gesamte Mopar B-Body-Riege. Yep, alle selbsttragend. Oder die E-Bodies. Oder die A-Bodies. Die Chrysler Corporation war der Unibody-Pionier unter den großen Drei.

Bitte machen Sie nicht den Fehler zu glauben, daß die Unibody-Vorteile schon in den frühen Jahren ausgeschöpft worden wären. Fast alle frühen Unibodies sind weiche, gurkenartige Konstruktionen, deren strukturelle Integrität mit der eines Kartenhauses vergleichbar ist, oder, wenn Ihnen das lieber ist, mit einer Packung Kekse, diesen salzigen rechteckigen, sie wissen schon...

Wissen Sie, was bei Unibodies NICHT machbar ist? Richtig, ein Frame-Off-Job.

Eins noch:

SEMI-UNIBODY

Auch das, hauptsächlich weil GM nun einmal auf BOF stand. Stellen Sie es sich so vor: Unibody-Kabine mit vorne zusätzlich angeschraubtem Rahmen, der den Antriebsstrang und die Vorderachse trägt.

"Hilfsrahmen" sagt der Deutsche, was nicht ganz zutrifft, aber auch nicht falsch ist, aber Vorsicht, verwechslen Sie das nicht mit dem, was man heute "Fahrschemel" nennt und was Moparfans als "K-Member" kennen. Letztere sind an Unibody-Karosserien geschraubte Träger für Motoren und Vorderachsen. Semi-Unibodies sind, nun, Halb/Halb. Vorne Rahmen, hinten Selbsttragend.

F- und X-Bodies aus dem Hause GM sind die populären Vertreter der Gattung, das sind Camaros, Firebirds und Novas. Und wie immer gilt, Achtung, gemeint ist die "klassische" Ära, schon die 3. Generation F-Body verwendet diese Kontruktion nicht mehr.

So. Dieses Konstrukt können Sie auch noch Frame-Offen.

Heben wir uns die existierenden Nischendesigns für ein anderes Mal auf, wenn Sie mir einen Gefallen tun möchten, üben Sie sich heute lieber im präzisen Sprachgebrauch, in dem Sie sich - ohne jeden Zusammenhang - über folgendes klar werden:

Ein KARABINER ist ein GEWEHR. Ein kurzes Gewehr, welches von Reitern (so alt ist das Wort) eingesetzt wurde. Wurde ein solches Reitergewehr zum Transport umgehängt, wurde der Tragriemen daran mittels... Sie sehen es kommen... KARABINERHAKEN befestigt. HAKEN, ok? Diese praktischen Schnellverschlußclipdinger heißen KarabinerHAKEN!

So. Nicht, daß Sie ihre Mustangkarosserie während der Frame-Off-Resto an Karabinern an die Decke hängen oder so. Und dann einen 351er Bigblock einabauen.

THE B-DAY 2019

Widerstand ist zwecklos: Auch 2019 findet natürlich ein B-Day statt, und auch 2019 ist der Support fast genauso sehenswert wie die Veranstaltung selbst: Die Arlington Militia, das B-Body-Hilfswerk Stuttgart, die IPCOE und selbstverständlich auch die äußerst geheime Organisation B.O.E.S.E stehen hinter dem weltweit wichtigsten B-Body-Treffen.

Poster Car ist diesmal jener Seafoam-Grüne Two Tone, der den US Border Patrol-Konvoi ins Herz der LA Riots 1992 angeführt hat, das "Chaser"-Auto aus San Clemente. Natürlich kommt das Auto auch (wie alle Poster Cars) zum B-Day - schließlich ist es inzwischen in Süddeutschland beheimatet.

Auch der Rest stimmt 2019: Cruise, Burger und limitierte B-Day-Shirts - alles geboten.

Interesse? 07151-9842266 oder eMail an service@oldschoolcustoms.de

9th Southern Muscle Car Showdown

Die Rahmenbedingungen sind auch beim neunten SMS unverändert: NUR amerikanische Autos auf dem Gelände, keine Neuwagen, keine Nutzfahrzeuge, keine Vans, kein Eintrittspreis, keine Country-Bands, keine Kirmes-Händler, keine Stripshows, keine Showbühne, keine Pokale, kein Moderator.

Heiße Autos.
Heiße Hamburger.
Fertig.